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Börsen in Europa Schluss: Hohe Verluste zum Handelsende


23.07.2012
aktiencheck.de

Paris (www.aktiencheck.de) - Die wichtigsten europäischen Aktienmärkte schlossen am Montag klar im Minus. Zunehmende Sorgen im Zusammenhang mit der europäischen Schuldenkrise sowie Konjunktursorgen aus China führten dazu, dass sich die Anleger vermehrt von ihren Aktienbeständen trennten. Der Dow Jones EURO STOXX 50 (ISIN EU0009658145 / WKN 965814) verlor 2,59 Prozent auf 2.179,31 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 (ISIN EU0009658160 / WKN 965816) gab um 2,22 Prozent nach auf 2.392,19 Zähler. Die europäischen Länderbörsen schlossen im Minus.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) will sich einem Medienbericht zufolge nicht mehr an weiteren Hilfen für das hoch verschuldete Euro-Land Griechenland beteiligen. Wie es heißt, hätten hochrangige Vertreter des IWF der Brüsseler EU-Spitze signalisiert, dass man sich nicht an weiteren Hilfen für das Land beteiligen werde. Damit könnte Griechenland schon im September pleite gehen. Derzeit untersucht die Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF), wie weit das Land seinen Reformverpflichtungen nachkommt. Dabei stehe jetzt schon fest, dass die Regierung in Athen den Schuldenstand des Landes nicht wie vereinbart bis zum Jahr 2020 auf rund 120 Prozent der Jahreswirtschaftsleistung drücken könne. Erhält das Land mehr Zeit, seine Ziele zu erfüllen, würde das den Angaben zufolge nach Schätzungen der Troika zusätzliche Hilfen zwischen 10 und 50 Mrd. Euro erfordern. Viele Regierungen der Euro-Zone seien jedoch nicht mehr bereit, neue Griechenland-Lasten zu schultern. Zudem haben Länder wie die Niederlande und Finnland ihre Hilfen daran gekoppelt, dass sich der IWF beteiligt.

Die spanische Wirtschaft ist im zweiten Quartal 2012 nach Angaben der Bank of Spain erneut geschrumpft. So sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal um 0,4 Prozent, nachdem es im ersten Quartal 2012 und im vierten Quartal 2011 um jeweils 0,3 Prozent nachgegeben hatte. Damit befindet sich Spanien weiterhin in einer Rezession. Gegenüber dem Vorjahresquartal ging die Wirtschaftsleistung Spaniens um 1,0 Prozent zurück, nach einem Minus von 0,4 Prozent im ersten Quartal.

Als Reaktion auf die jüngsten Marktturbulenzen haben die italienischen und spanischen Aufsichtsbehörden mit Leerverkaufsverboten reagiert. Laut einer Mitteilung der spanischen Aufsichtsbehörde CNMV werden in Madrid für drei Monaten die Leerverkäufe für alle Aktien verboten. Mit dieser Maßnahme möchte man nach Behördenangaben der "extremen Volatilität" begegnen. Neben Aktien sollen auch Derivate von dieser Aktion eingeschlossen worden sein. In Mailand sollen laut Angaben der Finanzaufsicht Consob die Leerverkäufe von Bank- und Versicherungspapieren für eine Woche ausgesetzt werden.


Tesco (ISIN GB0008847096 / WKN 852647) verlor 2,0 Prozent an Wert. Der größte Einzelhandelskonzern in Großbritannien will Presseangaben zufolge offenbar weniger Geschäfte in China eröffnen als bislang geplant. Den Angaben zufolge wird Tesco in diesem Jahr demnach nur noch 15 bis 20 Hypermärkte in China eröffnen. Bis zuletzt hatte der Konzern hier noch die Eröffnung von 25 Niederlassungen angestrebt. Hintergrund der jüngsten Entscheidung ist den Angaben zufolge ein enttäuschendes Wachstum im Reich der Mitte. Im FTSE 100 schlossen alle Werte im Minus. Weir Group und G4S hatten dabei mit Verlusten von jeweils 0,1 Prozent die geringsten Abschläge zu verkraften. Die rote Laterne hatte am Ende Evraz mit einem Kursverlust von 7,0 Prozent inne.

Remy Cointreau (ISIN FR0000130395 / WKN 883206) machte heute mit einem Zukauf auf sich aufmerksam. Der Spirituosenhersteller teilte mit, dass seine Tochter Rémy Cointreau UK Ltd. die Bruichladdich Distillery Co. Ltd. übernehmen wird. Bei Bruichladdich handelt es sich um eine auf Islay ansässige Brennerei von Single Malt Scotch Whisky. Dabei zahlt Remy 48 Mio. GBP für die Akquisition und übernimmt zudem Verbindlichkeiten in Höhe von schätzungsweise 10 Mio. GBP. Der Titel schloss im breiten Markt mit einem Minus von 2,1 Prozent. Im CAC 40 fuhren Peugeot (ISIN FR0000121501 / WKN 852363) als zweitbester Wert mit einem Abschlag von 0,9 Prozent hinterher. Der Automobilkonzern verlautbarte, dass er mit dem japanischen Autobauer Toyota Motor (ISIN JP3633400001 / WKN 853510) eine Kooperation im Bereich Nutzfahrzeuge geschlossen hat. So wird PSA Peugeot Citroën den asiatischen Konkurrenten im Rahmen der Kooperation mit leichten Nutzfahrzeugen beliefern, die für den Verkauf in Europa unter der Marke Toyota bestimmt sind. Im Rahmen der Kooperation, die über das Jahr 2020 hinaus laufen soll, wird sich Toyota Motor Europe an den Entwicklungs- und industriellen Investitionskosten für zukünftige Fahrzeuge beteiligen. Lediglich Alcatel-Lucent konnte im CAC 40 unverändert schließen. Die restlichen Werte wiesen rote Vorzeichen aus. BNP Paribas und Crédit Agricole belegten mit Abschlägen von jeweils 5,5 Prozent die letzten Plätze im Index.

In der Schweiz ging es für Julius Bär (ISIN CH0102484968 / WKN A0YBDU) als einzigem Gewinner im SMI um 0,8 Prozent nach oben. Die Private Banking-Gruppe hat ihr Konzernergebnis im ersten Halbjahr erhöht. Dabei profitierte das Unternehmen von einer kontinuierlichen Kostenkontrolle und einer vorsichtigen Ressourcenverwendung. Die verwalteten Vermögen stiegen seit Ende 2011 auf einen neuen Höchststand. Novartis (ISIN CH0012005267 / WKN 904278) verloren auf Platz zwei 0,3 Prozent an Wert. Der Pharmakonzern gab bereits am Freitag bekannt, dass man von der US-Gesundheitsbehörde FDA die Zulassung für das Medikament Afinitor bei der Behandlung von fortgeschrittenem Brustkrebs erhalten hat. Die Verliererliste im SMI wurde von den Anteilsscheinen von Syngenta mit einem Wertverlust von 3,9 Prozent angeführt.

Philips Electronics (ISIN NL0000009538 / WKN 940602) schossen um 5,0 Prozent nach oben. Der Technologiekonzern verbuchte im zweiten Quartal angesichts gestiegener Umsätze in allen Bereichen und Kostensenkungen einen Gewinn, nachdem im Vorjahr aufgrund hoher Sonderbelastungen noch ein Verlust ausgewiesen werden musste. Die Erwartungen wurden damit geschlagen. Der Umsatz wurde ebenfalls deutlich erhöht. Auch für das gesamte erste Halbjahr wurden bei beiden Kennzahlen Steigerungen verzeichnet.

Dow Jones EURO STOXX 50: 2.179,31 (-2,59 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.392,19 (-2,22 Prozent) FTSE 100 (London): 5.533,87 (-2,09 Prozent) CAC40 (Paris): 3.101,53 (-2,89 Prozent) MIB (Mailand): 12.706,36 (-2,76 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 6.177,40 (-1,10 Prozent) SMI (Zürich): 6.180,44 (-1,66 Prozent) ATX (Wien): 1.898,49 (-2,87 Prozent) (23.07.2012/ac/n/m)



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