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Börsen in Europa am Mittag: Deutliche Aufschläge, Anheuser-Busch InBev fester


29.06.2012
aktiencheck.de

Paris (www.aktiencheck.de) - Die europäischen Börsen können ihre Zugewinne zur Mittagszeit weiter ausbauen. Dabei profitiert die Stimmung der Anleger von den ersten konkreten Beschlüssen des EU-Gipfeltreffens. Der Dow Jones EURO STOXX 50 (ISIN EU0009658145 / WKN 965814) zieht aktuell um 2,92 Prozent an auf 2.220,73 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 (ISIN EU0009658160 / WKN 965816) legt um 1,55 Prozent zu auf 2.369,66 Zähler. Die europäischen Länderbörsen notieren mehrheitlich deutlich im Plus.

Die Wall Street dürfte heute stärker in den Handel starten. So gewinnt der Dow Jones Future derzeit 1,36 Prozent. Der NASDAQ-Future zieht um 0,35 Prozent an, während der S&P-Future um 0,18 Prozent zulegt. Aus den USA werden heute die persönlichen Einkommen und Auslagen, der Einkaufsmanagerindex Chicago und die Verbraucherstimmung gemeldet.

Die Regierungsvertreter der Euroländer haben sich heute Nacht in Brüssel auf ein Maßnahmenpaket zur Stabilisierung der Situation in der Eurozone geeinigt. Unter anderem hat man sich im Rahmen der Sitzung auf ein zentrales Organ zur Überwachung des europäischen Bankensektors unter Mitwirkung der Europäischen Zentralbank verständigt. Des Weiteren verpflichteten sich die Eurostaaten, alle notwendigen Maßnahmen zur Stabilisierung der Eurozone umzusetzen. Dazu sollen vor allem die beiden Eurorettungsschirme EFSF und ESM eingesetzt werden, um eine flexible und effiziente Unterstützung hilfsbedürftiger Euro-Mitglieder zu gewährleisten. In diesem Zusammenhang wurden auch die von Spanien beantragten Finanzhilfen für den angeschlagenen Bankensektor des Landes genehmigt. Außerdem verpflichteten sich die Euro-Länder unter anderem zur Umsetzung ihres Stabilitäts- und Wachstumsprogramms im Gesamtvolumen von 120 Mrd. Euro, mit dem die Konjunktur in der Eurozone angekurbelt werden soll.

Die Verbraucherpreise sind im Juni 2012 mit unverändertem Tempo angestiegen, teilte die EU-Statistikbehörde Eurostat in ihrer Vorabschätzung zur Inflationsentwicklung in der Eurozone mit. So verharrte die jährliche Inflationsrate bei 2,4 Prozent, während sie im Vormonat schon bei 2,4 Prozent gelegen hatte. Damit lag die Gesamtinflationsrate in der Eurozone erneut deutlich über der Preisstabilitätsnorm der Europäischen Zentralbank (EZB), die eine Teuerungsrate von unter, aber nahe 2,0 Prozent anstrebt.


Im britischen FTSE 100 legen zur Mittagszeit Aktien von CRH um 5,4 Prozent zu und behaupten sich damit weiterhin auf der Spitzenposition. Auch Evraz und Vedanta Resources finden sich mit Zugewinnen von 5,3 Prozent bzw. 5,0 Prozent auf den vorderen Plätzen wieder. GlaxoSmithKline und Vodafone reihen sich derweil mit Abschlägen von 0,7 Prozent bzw. 1,1 Prozent in die kurze Liste der Verlierer ein. Aktien der Pennon Group verlieren als Schlusslicht 1,6 Prozent an Wert.

Aktien von Anheuser-Busch InBev (ISIN BE0003793107 / WKN 590932) klettern in Brüssel um 1,7 Prozent nach oben. Der weltgrößte Brauereikonzern hat ein Abkommen zum Erwerb von knapp der Hälfte der Anteile an der mexikanischen Grupo Modelo (ISIN MXP4833F1044 / WKN 896259) geschlossen, die sich noch nicht in seinem Besitz befinden. Der Kaufpreis beläuft sich dabei auf 20,1 Mrd. US-Dollar. Bei der Grupo Modelo handelt es sich um den größten Brauereikonzern in Mexiko. Der fusionierte Konzern steigt den Angaben zufolge zum weltweit führenden Bierbrauer auf. Im Zusammenhang mit der jüngsten Transaktion verkauft die Grupo Modelo ihre 50 Prozent-Beteiligung an dem Joint Venture Crown Imports LLC für 1,85 Mrd. US-Dollar an ihren US-Partner, den Wein- und Spirituosenkonzern Constellation Brands (US21036P1084/ WKN 871918).

Im französischen CAC40 setzen sich vor allem Finanztitel an die Spitze. So gewinnen BNP Paribas als stärkster Wert 6,8 Prozent hinzu. Société Générale und Crédit Agricole legen um 6,0 Prozent bzw. 5,8 Prozent zu. Für Aktien von Vivendi (ISIN FR0000127771 / WKN 591068) geht es um 1,8 Prozent nach oben. Der Medien- und Mobilfunkkonzern gab gestern bekannt, dass Jean-Bernard Lévy als Chairman des Management Board zurücktritt. Hintergrund seien unterschiedliche Auffassungen hinsichtlich der strategischen Entwicklung der Gruppe. Am Indexende verlieren unterdessen Veolia 4,1 Prozent an Wert. Wie heute zudem bekannt gegeben wurde, blieb das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Frankreichs im ersten Quartal 2012 auf stabilem Niveau. Im vierten Quartal 2011 war das BIP leicht um 0,1 Prozent angestiegen. Ferner hat sich der private Konsum in Frankreich im Mai 2012 erhöht. Im Vormonatsvergleich zogen die Verbraucherausgaben um 0,4 Prozent an. Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhte sich der private Verbrauch um 0,6 Prozent. Die französischen Erzeugerpreise haben sich unterdessen im Mai 2012 reduziert. Binnen Monatsfrist gingen die Erzeugerpreise um 1,0 Prozent zurück, gegenüber einem unveränderten Preisniveau im April. Im Vergleich dem Vorjahresmonat zogen die Erzeugerpreise um 2,2 Prozent an.

Im Schweizer SMI bewegen sich aktuell mit Swisscom (-0,5 Prozent) nur ein Werte im Minus. An der Indexspitze geht es für Aktien der Credit Suisse (ISIN CH0012138530 / WKN 876800) um 4,1 Prozent nach oben. Wie das Kreditinstitut heute mitteilte, geht man davon aus, auch im zweiten Quartal auf Gruppenebene und in allen Divisionen profitabel zu sein. Bereits im ersten Quartal des laufenden Fiskaljahres hatte die Credit Suisse trotz der schwierigen Rahmenbedingungen an den internationalen Kapitalmärkten und hohen Einmalbelastungen einen Reingewinn von 44 Mio. CHF ausweisen können.

Dow Jones EURO STOXX 50: 2.220,73 (+2,92 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.369,66 (+1,55 Prozent) FTSE 100 (London): 5.578,05 (+1,55 Prozent) CAC40 (Paris): 3.138,43 (+2,84 Prozent) MIB (Mailand): 13.824,53 (+3,24 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 6.883,30 (+2,40 Prozent) SMI (Zürich): 6.053,73 (+1,12 Prozent) ATX (Wien): 1.031,48 (+2,46 Prozent) (29.06.2012/ac/n/m)



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