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Ausblick: Schwächere Eröffnung erwartet; Coca-Cola meldet Zahlen


09.02.2010
aktiencheck.de

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Indizes haben zum Wochenauftakt unterschiedliche Richtungen eingeschlagen. Der DAX konnte am Ende um 0,93 Prozent vorrücken auf 5.484,85 Indexpunkte. Der MDAX stieg um 0,04 Prozent auf 7.246,15 Zähler. Dagegen bröckelte der SDAX um 0,74 Prozent ab auf 3.549,53 Stellen. Der TecDAX kam um 0,57 Prozent zurück auf 771,54 Zähler.

Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes hat das Verarbeitende Gewerbe im Dezember erneut einen kräftigen Umsatzrückgang verbucht. Gegenüber dem Vorjahresmonat fiel der Umsatz arbeitstäglich- und preisbereinigt um 6,0 Prozent, nach einem Rückgang um 9,6 Prozent im November 2009.

Die Verschuldung einiger europäischer Staaten bereitet den Anlegern in den USA noch immer Sorgen. Dennoch lagen die breiten US-Indizes zum Xetra-Schluss mehrheitlich leicht im Plus. Wie die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) bekannt gab, hat sich die Arbeitsmarktsituation in den Mitgliedsländern im Dezember stabilisiert. So verharrte die standardisierte OECD-Arbeitslosenquote bei 8,8 Prozent. In der Eurozone wuchs die Arbeitslosenrate auf 10,0 Prozent, während sie im Vormonat bei 9,9 Prozent gestanden hatte.

SAP fielen am DAX-Ende um 2,5 Prozent zurück. Zuvor hatte die Walldorfer Software-Schmiede einen überraschenden Wechsel an der Konzernspitze bekannt gegeben. Demnach habe sich der Aufsichtsrat mit Vorstandssprecher Léo Apotheker einvernehmlich darauf verständigt, dessen Vertrag als Vorstandsmitglied nicht zu verlängern. Apotheker habe daraufhin sein Vorstandsmandat mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Insgesamt kam der Rücktritt von Apotheker für viele überraschend, zumal dieser vor noch nicht einmal einem Jahr an die Spitze des führenden europäischen Software-Konzerns gerückt war. Im Anschluss hat der Vorstand die beiden Vorstandsmitglieder Bill McDermott, verantwortlich für Vertrieb, und Jim Hagemann Snabe, verantwortlich für Produktentwicklung, zu gleichberechtigten Vorstandssprechern ernannt. Papiere von MAN bröckelten daneben um 0,9 Prozent ab. Einem Pressebericht zufolge muss der Nutzfahrzeughersteller deutlich negative Einmaleffekte in Zusammenhang mit seiner Beteiligung an dem schwedischen Mitbewerber Scania hinnehmen. Demnach dürfte MAN in seinem Abschluss für 2009 eine signifikante Buchwertabschreibung über 350 Mio. Euro in Zusammenhang mit der Scania-Beteiligung ausweisen. Es sei absehbar, dass die Abschreibung das Jahresergebnis leicht in die Verlustzone drücken könnte. Unterdessen gab MAN bekannt, dass der Großmotorenhersteller MAN Diesel vom brasilianischen Mischkonzern Grupo Bertin den Zuschlag für die elektromechanische Ausrüstung von sechs Dieselkraftwerken erhalten hat. Die Auftragssumme für MAN Diesel belaufe sich dabei auf rund 300 Mio. Euro. Volkswagen schlossen mit 1 Prozent im Minus. Dabei konnte die Tochter AUDI ihre Verkaufszahlen im Januar steigern. Demnach erreichte AUDI mit rund 77.800 Auslieferungen weltweit ein Absatzplus von rund 39 Prozent. BMW gaben ebenfalls 1 Prozent ab. Daimler indes avancierten mit +3,1 Prozent zum DAX-Spitzenreiter. Wie bereits am Freitag bekannt wurde, beabsichtigen die Stuttgarter, Dr. Wolfgang Bernhard zum ordentlichen Vorstandsmitglied zu ernennen. Dr. Bernhard solle im Vorstand verantwortlich sein für Produktion und Einkauf von Mercedes-Benz Cars sowie für den Bereich Mercedes-Benz Vans. Auf den Plätzen zwei und drei gewannen Fresenius 2,1 Prozent und die Deutsche Telekom 1,8 Prozent. Für E.ON ging es um 1,4 Prozent nach oben. Der Energieversorger will seine Zusammenarbeit im Bereich Erneuerbarer Energien mit dem in Abu Dhabi ansässigen Kooperationspartner Masdar einem Pressebericht zufolge offenbar ausbauen. Gemeinsam mit Masdar wolle man zu einem der weltweit führenden Konzerne im Bereich der Erneuerbaren Energien aufsteigen.

Im MDAX rauschten ProSiebenSat.1 um über 4 Prozent in die Tiefe. Sky und Continental geben beide mehr als 3 Prozent ab. Titel des Werkzeugmaschinenherstellers GILDEMEISTER knickten um 2,2 Prozent ein. Dabei wurde der Konzern im Rahmen der Messe NORDEC und der Traditions-Hausausstellung DECKEL MAHO mit Neuaufträgen im Gesamtwert von 58,5 Mio. Euro bedacht. RHÖN-KLINIKUM verloren 0,8 Prozent. Presseangaben zufolge will der Klinikbetreiber nach der erfolgreichen Kapitalerhöhung im vergangenen Jahr zukaufen. Spitzenreiter waren Rational mit einem Aufschlag von 3,3 Prozent. Der Zementhersteller Dyckerhoff musste im Geschäftsjahr 2009 nach vorläufigen Berechnungen ein deutliches Umsatzminus ausweisen. Die Erlöse sanken demnach um 31 Prozent auf rund 1,4 Mrd. Euro. Der Vorstand erwarte für 2009 einen deutlichen Rückgang des EBITDA und des Konzernjahresüberschusses. Für 2010 gehe Dyckerhoff von einem Umsatz auf Vorjahresniveau aus; die Ergebnisse werden jedoch aufgrund von Einmaleffekten des Geschäftsjahres 2009 sowie einem weiterhin schwierigen Marktumfeld zurückgehen, hieß es weiter. Dyckerhoff gewannen im SDAX 1 Prozent.

JENOPTIK konnten im TecDAX um 3,7 Prozent vorrücken. Vorläufigen Berechnungen zufolge wird der Konzern das Geschäftsjahr 2009 mit einem Umsatz von über 470 Mio. Euro abschließen und ein positives Betriebsergebnis vor Sondereinflüssen von über 7 Mio. Euro erzielen. Sondereffekte vor allem aus der Schließung eines Geschäftes, Standortschließungen sowie Personalmaßnahmen belasten das Konzernergebnis jedoch stark. 2010 will JENOPTIK infolge einer weiteren Geschäftsbelebung und aufgrund der angepassten Kostenstrukturen wieder einen positiven Jahresüberschuss erwirtschaften. An der Spitze gewannen United Internet 4 Prozent. Der Solarsektor hatte indes mit teils deutlichen Abschlägen zu kämpfen. Unter anderem verloren Q-Cells 8,2 Prozent, Manz 6,1 Prozent und Conergy 4,6 Prozent.

Asiatische und US-Börsen:

Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Montag mit Kursverlusten. Während der Dow Jones mit 9.908,39 Punkten um 1,04 Prozent abnahm, ging der Nasdaq Composite um 0,70 Prozent auf 2.126,05 Zähler zurück. Der S&P 500 fiel daneben um 0,89 Prozent und schloss bei 1.056,74 Zählern. Die Futures notieren derzeit im Plus. So tendiert der Dow Jones Future bei 9.933,00 Punkten (+38,00 Punkte), der NASDAQ Future bei 1.739,75 Punkten (+5,25 Punkte) und der S&P Future bei 1.060,90 Zählern (+5,00 Punkte).

Die größten Börsen in Asien entwickeln sich trotz der schlechten Vorgaben der US-Börsen unentschlossen. Nach der negativen Entwicklung des vorangegangenen Handelstages notiert der Nikkei-Index heute in Tokio mit einem Minus von 0,19 Prozent bei 9.932,90 Punkten.


In China zeigen die Aktienmärkte hingegen grüne Vorzeichen. So steht der Hang Seng derzeit mit 1,01 Prozent im Plus bei 19.747,94 Punkten, während der Shanghai Composite um 0,47 Prozent zulegt auf 2.948,84 Punkte.

Der Markt heute:

Der Bund Future steigt bisher um 0,06 Prozent auf 123,98 Punkte.

Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Kursverlusten starten. Die Deutsche Bank rechnet zu Handelsbeginn mit 5.478 Punkten. Der DAX-Future notiert derzeit bei 5.469,25 Zählern (+0,7 Prozent).

In Deutschland stehen heute die Verbraucherpreise und Außenhandelsdaten zur Veröffentlichung an. Ferner wird in Großbritannien die Handelsbilanz bekannt gegeben. Aus den USA werden heute die Großhandelsdaten gemeldet.

Quartalszahlen, Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen:

Quartalszahlen stehen heute bei Biogen Idec Inc., Celanese Corp., Centene Corp., Church & Dwight Co. Inc., Coca-Cola Co., Coventry Health Care Inc., Gartner Inc., Molson Coors Brewing Co., NYSE Euronext Inc., Pulte Homes Inc., Walt Disney Co., Warner Music Group Corp., Douglas, EnBW, GRENKELEASING, Heidelberger Druckmaschinen und UBS an.

Wichtige Meldungen:

Die niederländische QIAGEN N.V. (ISIN NL0000240000 / WKN 901626) hat am Montagabend die Zahlen für das vierte Quartal 2009 präsentiert, wonach Umsatz und Gewinn gesteigert wurden.

Der Aromenhersteller Symrise AG (ISIN DE000SYM9999 / WKN SYM999) gab am Montag bekannt, dass er seinen Geschäftsbereich Flavor & Nutrition in Russland und den GUS-Staaten durch den Aufbau eines voll integrierten Produktionsstandortes in der Nähe von Moskau erweitert.

Der finnische Maschinenbaukonzern Metso Corp. (ISIN FI0009007835 / WKN 923876) präsentierte am Montag die Geschäftszahlen für das vierte Quartal. Beim operativen Gewinn wurde ein deutlicher Rückgang auf 55,0 Mio. Euro ausgewiesen, nachdem man im Vorjahresquartal hier noch ein Plus von 190,1 Mio. Euro zu verzeichnen hatte. (09.02.2010/ac/n/m)


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